Autor
David Kadel
Seit 1988 als Komiker auf deutschen Bühnen unterwegs. Regisseur des Roadmovies "Fußball Gott - Das Tor zum Himmel" (auf DVD). Der gebürtige Perser ist als Journalist und TV-Moderator freischaffend tätig und entwickelt mit seiner Frau Lydia Network-Projekte in den Medien. Er liebt seine LoveLy, den Humor der Marx Brothers, den Kick der Dänischen Nationalelf und macht leidenschaftlich gern Musik.

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David's Abseits-Falle


Nach der WM ist vor der EM 2008

Wie hat es unser aller Franz "Mister Lichtgestalt" nach dem WM-Finale so schön auf den Punkt gebracht: "Millionen von Menschen unterschiedlicher Rasse, Hautfarbe und Religion feiern zusammen ein großes, friedliches Fest, genau so hat sich der liebe Gott unser Leben vorgestellt!" Wow! Amen Franz! Preach it =)

Und auch während der WM wurde munter gepredigt: Im Brasilianischen Mannschafts-Hotel gab es regelmäßig einen Bibelkreis unter der Leitung des früheren brasilianischen Formel 1 Fahrers Alex Ribeiro. Klangvolle Namen unter den Besuchern: Kaká, Lucio, Adriano, Zé Roberto, Cris, Fred u.a. kamen mit der Bibel unterm Arm zur "Fußball-Kirche"
Hier wurde gebetet, gesungen und bestimmt auch mancher Ärger über die schlechten Leistungen beseelsorgt.

Natürlich waren die Brasis enttäuscht über ihre Vorstellungen, aber auch das Verlieren kann ein vorbildliches Zeugnis vor aller Welt sein. Wenn man sich die Bilder nach dem Schlußpfiff gegen France ansieht, wie Robinho, Ronaldinho und Co ihre Bezwinger Zidane und Henry ganz herzlich und sogar lachend in die Arme nahmen - da können die Argentinier und Engländer wirklich etwas übers Verlieren lernen.

Bei Sammy Kuffours Team Ghana gab es gar einen gemischten Gebetskreis von christlichen und moslemischen Spielern, die sich im Vorbeten in großer Runde jeweils abwechselten. Diese Art "Ökumene" gibt’s wohl auch nur im Fußball. Beim letzten afrikanischen Vertreter wurde das unglückliche Ausscheiden im Achtelfinale gegen Brasilien genauso frenetisch gefeiert wie bei uns der dritte Platz. Nie war verlieren so schön, wie bei dieser WM.

Grandios auch die Abschlußveranstaltung vor dem Brandenburger Tor, bei der man jederzeit das Gefühl haben mußte: "Diese Jungs sind gerade Weltmeister geworden!"

Passend zu Klinsis Vorgabe und Vision für diese WM "Wir GLAUBEN an unser Team" - wählte sich die Mannschaft mit Xavier Naidoo ihren ganz persönlichen Kapellmeister aus, um dann überraschend textsicher vor Millionen von Zuschauern zu Deutschlands beliebtestem Gospelchor zu avancieren: "Manche lieben Dich, manche geben sich für Dich auf. Manche segnen Dich ..." brüllten die sonst so Nationalhymnen zurückhaltenden Poldi und Schweini voller Inbrunst und mit geschlossenen Augen.

Einige Tage später tritt Klinsi zurück in sein wohlverdientes Privatleben, um den Staffelstab und die Erfüllung seiner Vision an Jogi Löw weiterzugeben. Erinnert beinahe an Mose und Aaron, (im 4.Buch Mose) hieße aber auch, daß Klinsi das gelobte Land nicht zu sehen bekommt. Der Löw(e) dagegen schon. Und wenn die neckische Prophetische Rechnung aufgeht wird Jogi der Löwe also 2008 Europameister und 2010 Weltmeister. Drunter machen wirs auch nicht mehr!

Und bis dahin summen wir fröhlich träumend, im Glauben an das ganz große Ziel, die neue Fußball-Nationalhymne: "Dieser Weg wird kein leichter sein, dieser Weg wird steinig und schwer..."

Euer David Odonkor formerly known as David Kadel

P.S. Übrigens hat mein Namensvetter ein sehr hübsches lateinisches Tattoo auf dem Unterarm auf dem es heißt: "Credo Deum et Familian" Ich glaube an Gott und meine Familie.
Ich glaube morgen gehe ich auch zum Tattoo-Fritzen =)


Bisherige WM-Countdowns


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