Autor
David Kadel
Seit 1988 als Komiker auf deutschen Bühnen unterwegs. Regisseur des Roadmovies "Fußball Gott - Das Tor zum Himmel" (auf DVD). Der gebürtige Perser ist als Journalist und TV-Moderator freischaffend tätig und entwickelt mit seiner Frau Lydia Network-Projekte in den Medien. Er liebt seine LoveLy, den Humor der Marx Brothers, den Kick der Dänischen Nationalelf und macht leidenschaftlich gern Musik.

Mehr Infos gibts hier
David's Abseits-Falle


Gott vergibt auch Robert Hoyzer, wetten, daß…?

Fußball-Deutschland erschüttert ein schwerer Wett-Skandal. Seit dem Meineid-Prozeß 1971 gegen die bestochenen Schalker Spieler Rolf Rüßmann, Klaus Fischer und anderen Tipp-Experten, wurde in Deutschland scheinbar ausgeschlossen, daß sich Ähnliches wiederholen könnte. Nun ist es soweit, Robert Hoyzer, der in den nächsten 15 Jahren circa 1 Millionen Euro hätte verdienen können, hat sich für läppische 60.000€ von der Wettmafia einkaufen lassen.

Das Geschrei beim DFB, bei den Fans und auch bei Oddset ist natürlich groß, doch wundert man sich über die Schock-Reaktion der Verantwortlichen:
"Wie konnte so etwas Schlimmes ausgerechnet bei uns passieren?" Dachte man beim Deutschen Fußball Bund, daß deren Angestellten vor Versuchungen sicher wären?

Warum sollte ein Mensch, für den Steuer-Notlügen und Seitensprünge von der Gesellschaft als "ganz normal" deklariert werden, nicht auch ein paar Euro für ein paar Fehlpfiffe kassieren, die doch im Grunde keinem weh tun?
Die Preisfrage in diesem Wett-Rätsel des Fußballs lautet doch: "Wer bestimmt, was RICHTIG ist?" Oder wie Bill Clinton fragen würde: "Was ist eigentlich genau Sex?"

Der DFB hätte schon im August 2004 reagieren müssen, als Oddset eine Warnmeldung herausgab - ungewöhnlich hohe Einsätze wurden auf die DFB-Pokal Partie Paderborn-HSV gewettet. Doch scheinbar glaubte man dort immer noch an das Gute im Menschen und hielt einen Betrug von einem ihrer höchsten Richter des grünen Rasens für unvorstellbar. Aber warum eigentlich?

Wieso sollte ein Richter einer Versuchung besser widerstehen können als ein ganz kleines Rädchen im Getriebe? Es ist doch im christlichen Abendland Deutschland völlig normal, daß Menschen lügen und betrügen. Natürlich erwartet man von Spitzenverdienern wie CDU Generalsekretär Laurenz Mayer oder Baulöwe Schneider, daß sie der Gier nach mehr Geld nicht unterliegen, wo sie doch längst finanziell unabhängig sind. Natürlich erwartet man von schwerreichen Politikern, deren Auftrag das Wohl der Bürger ist, nicht, daß sie sich mit unangemessen hohen Übergangsgeldern und unverschämten Pensionen die Taschen vollstopfen.

Doch unsere Realität ist eine andere:
Christoph Daum kokst, Mooshammer hat Sex mit Minderjährigen, TV-Star Friedman bestellt illegale Nutten, Schauspieler Karsten Speck bereichert sich im Immobilien-Betrug und Dopingsünder aller Sportarten vereinigen sich - alles Vorbilder, die versagen. Und auch unser ganz normaler Alltag reicht vom Autobahn-Drängler, Taschendieb und Steuerhinterzieher bis hin zur Lüge am Telefon.

Auf welchen Werten steht unsere Welt eigentlich zweitausend und fünf Jahre nach Christus?
Klar, wir hoffen, daß die Vorbilder, die uns die Gesellschaft gibt, tatsächlich das vorleben, was allgemein als "Das Richtige" oder "Das Gute" verstanden wird. Doch woher nimmt ein Mensch in hoher Verantwortung die Kraft, den Versuchungen zu widerstehen? Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach?
Vielleicht wird es Zeit, sich wieder neu klar zu machen, ob man im Dunkeln oder im Licht leben möchte. Wer im Licht lebt, hat es schlichtweg einfacher, er muß sich nicht all die Lügengebilde merken, die er im Lauf der Jahre gegenüber seinen Mitmenschen aufgebaut hat.

In der Bibel wird sehr viel von Versuchung gesprochen. Auch Jesus wurde in der Wüste vom Satan versucht, und er konnte ihm in diesen 40 Tagen voller Einsamkeit, Hunger und Durst nur widerstehen, indem er Gottes Wort zitierte.
Wohl dem, der in solch einer Versuchungs-Situation die passenden göttlichen Worte parat hat!
"Selig ist der Mensch, der die Versuchungen erduldet - nachdem er bewährt ist, wird er die Krone des Lebens empfangen, die Gott verheißen hat denen, die ihn lieb haben." (Jakobus 1,12)

Vielleicht sollten wir wieder öfter in das Buch der Bücher schauen, um als Menschen standfester zu werden. Thomas Gottschalks "Bibel-Show" (Gründonnerstag, 24.3.) kommt vielleicht gerade recht, um unserem christlichen Abendland wieder neu den Weg zurück zu den Wurzeln zu weisen. Vielleicht sollte man Robert Hoyzer, Paderborns Spielern und auch denjenigen, die in den nächsten Tagen geoutet werden, eine (Fußball-) Bibel zuschicken mit der Widmung "Es ist niemals zu spät für den guten Weg."

Wenigstens hat Schiri Hoyzer den Anfang gemacht, indem er sich heraus aus der Lügenwelt ins Licht gestellt hat, oder wie DFB-Präsident Theo Zwanziger sagte, "Den Weg in die Gesellschaft zurückgefunden hat". Eine Gesellschaft, die zweifelsohne mehr von diesem 2005nach-Christus gebrauchen könnte.

David Kadel


Bisherige Kolumnen


Euer Feedback an Fussball-Gott.com | Impressum

Gerald Asamoah
Dirk Heinen
Marcelo Bordon
Zé Roberto
Marco Rose
Lucio
Markus Merk
Paulo Sergio
Cacau
Du-Ri Cha
Nikolce Noveski
Kaka
Adriano

SÜDAFRIKA WM 2010

CD NACHSPIELZEIT

S04-Buch mit Kuranyi

Making off

LUCIO schreibt