 |  |  Autor David Kadel |
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Seit 1988 als Komiker auf deutschen Bühnen unterwegs. Regisseur des Roadmovies
"Fußball Gott - Das Tor zum Himmel" (auf DVD).
Der gebürtige Perser ist als Journalist und TV-Moderator freischaffend tätig und
entwickelt mit seiner Frau Lydia Network-Projekte in den Medien.
Er liebt seine LoveLy, den Humor der Marx Brothers, den Kick der Dänischen Nationalelf und
macht leidenschaftlich gern Musik.
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"VERLIEREN MACHT LAUNE, oder: DANKE Rumänien!"
"Es geht um die Ehre" antwortete Lichtgestalt Franz auf die Frage nach einem möglichen Imageverlust für den deutschen Fußball. Gerade hatte das Team mit dem Adler auf der Brust zum deutsch-rumänischen Schlachtfest geladen und war doch ohne Blutwurst, aber mit blutiger Nase und einer 1:5 Schlappe im Gepäck nach Hause zurückgekehrt.
"Abschlachten" war wohl das am meisten genannte Wort des denkwürdigen Abends von Bukarest. "Versager, Blindgänger, Turnbeutelvergesser", die deutsche Nationalmannschaft wird sich nach dem 1:5 in Rumänien im heimischen Blätterwald sehr viel anhören müssen.
Nun, die Pleite war wirklich grausam, aber gibt es nicht doch irgendeine Möglichkeit, mit zugegeben recht optimistischer Betrachtung, etwas winzig Positives aus dieser ungewöhnlich hohen Niederlage zu schöpfen?
Die Europameisterschaft steht vor der Tür - Holland wartet als erster Gruppengegner - und selbst die besten aller 80 Millionen deutschen Fußballer, scheinen wohl nicht mehr das Team zu sein, das den Gegnern einst schlaflose Nächte und Antidepressiva-hohe-Niederlagen bescherte.
Eine neue Zeitrechnung rollt also auf Rudis-Ex-Riesen zu: Im Fußball müssen wir uns - um die Eingangsfrage nach der Reputation zu beantworten - wohl bald mit einem neuen Image anfreunden. Vielleicht kommt es ja bald so, daß nicht nur die kleinen afrikanischen und asiatischen Teams fußballerisch aufholen, sondern daß die Großen, oft überheblichen Fußballnationen, auf der Stelle treten und aus lauter Gedenken an vergangene Fußball-Wunder gar den Anschluß verpassen? Deutschland in der 2.Liga des Weltfußballs, so wie die Kumpels vom Tennisbund? Woraus also bei derartigen Prognosen etwas Positives schöpfen?
Nun, Verlierer sind mir allein von ihrem Naturell her schon sympathisch. Ich möchte sogar sagen liebenswerter als ewige Gewinner. Wer einmal "im finsteren Tale wanderte" weiß ein helles Licht weitaus mehr zu schätzen als die Abonnenten am Platz der Sonne Ganz unten von allen unterschätzt und oft verhöhnt haben Verlierer doch den größten Überraschungseffekt und letztendlich sogar die besten Aufstiegsmöglickeiten. Wer einmal richtig abgeschrieben war, der feiert seine Siege und Comebacks ganz anders als die vom Erfolg Verwöhnten.
Die deutsche Erfolgsstory entsteht traditionell oft im Grottenkick auf einem Rübenacker . Von peinlich Blamierten erwartet niemand etwas Außergewöhnliches. Umso kurioser waren die Erfolge der Deutschen im Fußball, wenn man bedenkt, daß kurz zuvor erlittene, oft schmachvolle Niederlagen jeglichen Optimismus hätten dämpfen müssen:
- Das Wunder von Bern hätte vielleicht nie stattgefunden, wenn die Deutschen wenige Tage vor dem Finale nicht eine unglaublich deftige 3:8 schlappe gegen Ungarn kassiert hätten.
- 1982 stand das DFB-Team im Finale der WM in Spanien, und das obwohl sich die Fußballnation zu Hause über ein blamables 1:2 gegen Algerien (nur 2 Wochen zuvor) kringelig gelacht hatte.
- Und selbst dem jüngsten Überraschungserfolg, dem Vizeweltmeistertitel von Südkorea/Japan 2002, ging ein unglaublich peinliches 1:5 gegen England in München voraus.
Also scheint die Lage der (Fußball-) Nation auch nach einem solchen Gesichtsverlust wie dem neuerlichen 1:5 gegen Rumänien nicht nur düster zu sein.
Der berühmte Mose war einst ein waschechter Legasteniker, und hätte wahrscheinlich in jeder Fußball-Sprüche-Sammlung geglänzt, als Gott ihn berief mit dem großen Pharao über das Volk Israel zu verhandeln. Der hochgelobte König David war vor seiner großen Ära als Bundes-Trainer Israels ein lausiger Hirtenjunge, der bei der Salbung zum Auserwählten noch nicht einmal auf Papis Quali-Liste stand. Und vom Fels in der Brandung Petrus ganz zu schweigen, der als bekanntester Lautsprecher der Liga, just als es darauf ankam, seinen eigenen Meister verleugnete
Mose, David, Petrus, die Liste der Verlierer die trotzdem Segen und Erfolg bei Gott fanden ist unendlich lang.
Versager haben also wie kein anderer die Chance ihr Umfeld, und natürlich auch die vielen Kritiker zu überraschen. Totgesagte leben länger, oder wie mir mit 15 Jahren bei der WM 1982 (während des Halbfinalthrillers gegen Frankreich, 3:3) ein Engländer sagte: "Never give up the Germans!".
Nun, Gott ist es gleich ob Dschörmäns, Datsch oder Ingländ, er gibt uns niemals auf. Egal wie tief wir uns blamiert haben. Ihm geht es um Menschen. Menschen die verlieren. Denn die Gedemütigten haben meist größere Chancen Gott zu finden, als die, die scheinbar alles erreicht haben - oder wie heißt es so schön in der Bibel:
"Demütigt euch unter die mächtige Hand Gottes damit ER Euch erhöhe zu seiner Zeit." (1.Petrus 5,6)
Da kann man nur sagen: "DANKE RUMÄNIEN !" ;-)
Euer David Kadel
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